Dem Petrijünger hat die Thülsfelder Talsperre allerhand zu bieten...
sie fordert ihm manchmal aber auch mächtig Sitzfleisch, Enthusiasmus und den Glauben ab, dass es beim nächsten Mal bestimmt besser läuft.
Seit nunmehr 25 Jahren gehe ich an der Thülsfelder Talsperre angeln. Von Oldenburg sind es mit dem Auto ja auch nur ca. 30 Minuten bis zur Talsperre. Für mich also nur ein "Katzensprung". In all den Jahren lernt man ein Gewässer recht gut kennen und glaubt die Fangaussichten zu allen Jahreszeiten einigermaßen einschätzen zu können. Das bewahrt aber nicht vor Enttäuschungen. Meist liegt man falsch.
Obwohl der Fischbestand recht gut ist - kapitale Welse bis zwei Meter, Karpfen mit über 30 Pfund, starke Hechte und Zander, Aale, Barsche, Rotaugen, Brassen - muss man doch oft als "Schneider" nach Hause gehen. Karpfenspezialisten mit ausreichend Geduld und Sitzfleisch kommen aber auf jeden Fall auf ihre Kosten.
Beim Zander wird es schon schwieriger. Auch sogenannte "Zanderlöcher" entpuppen sich meistens als Luft- bzw. Wasserlöcher. Der Zander ist eben ein launischer Geselle und nicht so leicht zu überlisten. Aber es gibt auch Sternstunden. Vor einigen Jahren hatte ich das Glück eine solche zu erleben. An zwei Tagen im September fünf Zander, der schwerste knapp 15 Pfund, jeweils früh morgens zwischen 5.00 Uhr und 7.00 Uhr auf toten Köderfisch. Übrigens: es sind nur tote Köderfische erlaubt.
Im Herbst wird der Wasserstand in der Talsperre auf den Winterpegel abgesenkt. Ab dann ist die beste Zeit den kapitalen Hechten nachzugehen. Der Köderfisch, entweder an Posen- oder Grundmontage, wird mit dem Köderboot weit auf den See hinausgefahren. Dorthin, wo man glaubt die besten "Stellen" sind. Auch ein Köderboot befördert nicht unbedingt den Erfolg, es kann aber die Chancen auf einen "grossen Fang" erhöhen. Meiner Meinung und Erfahrung nach sind die Chancen mit der konventionellen Methode, also das Auswerfen der Angel vom Ufer aus, genau so gut. Es muss nicht unbedingt ein Köderboot sein. Aber welcher Mann spielt nicht gern.
Früher habe ich viel mehr Aale gefangen! Fragen Sie einen Angler an der Talsperre nach seinem Aalfang. So oder ähnlich wird er Ihnen antworten. Und es stimmt tatsächlich. Die Aalfänge haben in den letzten sechs, sieben Jahren kontinuierlich abgenommen. Woran liegt das? Antwort: an den Kormoranen. Das ist unter den Anglern allgemeiner Usus. Liegt das wirklich daran? Ich weiss es leider auch nicht. Von Vogelschützern wird das ja energisch bestritten. Angeblich nimmt der Kormoran nur Weißfisch. Aus eigener Beobachtung weiß ich aber dass der Kormoran tatsächlich auch Aal frisst. Ich habe es unzählige Male durch das Fernglas gesehen. Es mag ja auch noch andere Gründe für den Aalschwund geben, Umwelteinflüsse, Überfischung, Wegfang der Glaasaale, Japan, China, Frankreich ect.
Und was den Wels angeht. Der ganz grosse Fang ist bisher bei mir ausgeblieben. Das mag aber auch daran liegen, dass ich nicht gezielt auf Wels gehe. Das ist was für Spezialisten. Es wird aber immer wieder mal ein kapitaler Fang von 60, 70 Pfund gemeldet.
Upps!

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