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Soweit mir bekannt ist, wird diese Art Köderboot nur an der Thülsfelder Talsperre verwendet. Hierbei handelt es sich nicht um High-Tec Boot mit Fernsteuerung und allen Schikanen, sondern um ein recht einfaches, robustes - aber sehr effektives - technisches Hilfsmittel für den Angler. Zumindest fast alle "alteingessenen" Angler verwenden solch ein oder ähnliches Boot, und jeder "Neue" Angler möchte es haben. Es ist einfach ideal, um den Köder in 200, 300 Meter Entfernung vom eigenen Standort zu platzieren. Denn dort, weit draussen auf dem See oder nahe der Insel stehen sie, die ganz Grossen. Möchte man gern glauben! Manchmal stimmt's ja auch.
Das Prinzip ist ganz einfach: das Boot hat links und rechts je einen Ausleger(siehe Bild). Einen für die sogenannte Bootsrute, und den anderen für die Köderrute. Gesteuert wird das Boot allein durch mehr oder weniger Zug an einer der Schnüre; also entweder an der Bootsschnur oder an der Angelschnur. Zum ausklinken des Köders genügt ein Zug an der Angelschnur und der Köder verlässt den Köderbehälter(das Rohr hinten auf dem Boot). Durch das ausklinken des Köders zieht das Boot automatisch sofort in entgegengesetzer Richtung und bewirkt dadurch, dass der Kontakt(siehe Bild) rausgezogen, der Stromkreis unterbrochen und damit der Motor ausgestellt wird. Alles perfekt. Wir haben also den Köder rausgefahren. Der Motor steht. Aus eigener Motorkraft kommt das Boot aber nicht wieder zurück. Das erledigen wir ganz einfach, indem wir es mit der Bootsrute zurück holen. Meine Bootsrute ist eine einfache Hochseerute mit Multirolle und 400 m Schnur(45-ziger). Das ist Sicherheit genug. Alledings empfiehlt es sich die Schnur hin und wieder auf evtl. Beschädigungen zu untersuchen. Sonst kann es passieren, dass sie irgendwann mal reißt und sich das Boot selbständig davon macht. Alles schon dagewesen. Dann heißt es schwimmen oder, sofern der Motor während der Havarie noch lief, irgendwo am gegenüber liegenden Ufer das Boot suchen. Und wer die Beschaffenheit der Talsperre kennt, der weiß, dass das ein sehr frustierendes Erlebnis sein kann.
Angetrieben wird das Boot von einem Graupner Speed 500, 7,2 V, Elektromotor. Batterie ist ein Bleiakku. Die Kapazität des voll geladenen Akkus reicht für viele Fahrten. Antriebswelle 4 mm mit zwischengeschalteter Kupplung.
Selbstverständlich kann man das Boot auch mit einem Behälter für den Transport von Futter ausrüsten. Karpfenspezialisten brauchen das.
Wo gibt es denn so ein Boot? Gute Frage. Früher, ganz früher, gab es diese Boote fix und fertig beim Gerätehändler zu kaufen. Da hab auch ich mein Boot her, damals(vor über 20 Jahren) für 250 DMark. So ganz zufrieden war ich damit aber nicht gewesen, sodass ich es schon bald komplett bis auf die Rumpfschale demontiert und neu aufgebaut habe. Heute gibt es im Netz oder bei einigen Händlern High-Tec Futterboote zu kaufen. Die kosten aber auch mal leicht bis an die 1000 TEUROS.
Es gibt aber evtl. noch jemand der so ein Thüle-Boot baut. Einfach mal fragen.
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