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Eines Tages meinte mein schwedischer Sportsfreund wir sollten doch mal auf Barsch und Hecht gehen. Nun, eigentlich war ich nicht besonders an Hechtangeln interessiert. Das könnte ich auch zuhause in Deutschland haben. Mir war das Fliegenfischen auf Äsche und Bachforelle viel wichtiger. Aber was soll's, dachte ich. Abwechslung kann nicht schaden und zum Fliegenfischen würde mir ja für den Rest des Urlaubs auch noch genügend Zeit bleiben. Auf meine Frage, wo denn hier in der Nähe ein Hechtgewässer sei, meinte er nur "Svartsjön" und "Lemmän".
Ich packte also eine einfache Posenrute und meine alte DAM-Spinnrute ein und los ging die Fahrt im alten Volvo. Zuerst zum Oberlauf des Görälven. Dort holten wir mit der Senke einen einige Dutzend Elritzen aus dem Fluß. Mit ausreichend Köderfischen versehen ging die Fahrt zurück über Tjärnvallen und Mörkret hinein in die Wildnis. Die letzten ca. 500 Meter bis zum Svartsjön mussten wir zu Fuß gehen. Mein schwedischer Freund zeigte aber keinerlei Interesse am Svartsjön, sondern meinte nur, wir würden jetzt am besten im Lemmän auf Barsche angeln. Als höflicher ausländischer Gast wagte ich keine Widerrede. Der Lemmän entpuppte sich als kleines Bächlein von vielleicht max. 4 Meter Breite und als Zufluß zum Svartsjön. Schnell wurde mir klar, warum mein Angelkamerad zwei grosse Plastikeimer mitgenommen hatte. Kaum hatten wir die an der Posenrute angeköderten Elritzen in das Bächlein gehalten, saßen schon die ersten Barsche am Haken.
So ging das Schlag auf Schlag. Die Barsche bissen wie verrückt. Im Laufe der nächsten Stunden fischten wir wohl ca. 3 Km aufwärts den Lemmän ab. Zu Mittag gab es dann über dem Lagerfeuer frisch gegrillte Barsche. Die Eimer waren fast voll mit Barsche. Auf meine Frage, was er denn mit den ganzen Barschen mache, meinte mein schwedischer Freund, die würde er "einlegen". Das schien mir doch recht eigenartig zu sein, hatte ich doch noch nie von eingelegten Barschen gehört. Aber das ist bei den Schweden genauso eine Delikatesse wie der berühmte - für mich schwer verdauliche - "Strömling".
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Nach anstregendem Rückmarsch über "Stock und Stein" - das darf man durchaus wörtlich nehmen, zum Svartsjön, schien das Interesse meines Freundes am Hechtangeln endgültig erlahmt zu sein. Ich aber wollte es aber dennoch versuchen.
Der Svartsjön schien mir damals ein etwas mystischer See zu sein. Absolut ruhig und glatt lag er da, in der Junihitze. Das Ufer über und über mit grossen und kleinen Felssteinen bedeckt, welche das Begehen sehr anstrengend machte. An meine Spinnrute hatte ich einen mittelgroßen Heintzblinker gebunden. Die ersten zwei, drei Würfe brachten gleich Hänger. Das zeigte, dass die Steine auch überall auf dem Grund des Sees lagen. Um weitere Hänger zu vermeiden, musste der Blinker also nicht so dicht über Grund geführt werden. Ich entschied mich für meinen absoluten "Lieblingsspinner", dem ABU-Droppen. Den konnte ich auch kontrolliert dicht unter der Oberfläche führen.
Bereits der zweite Wurf brachte beim Einholen einen vehementen Anbiss mit anschließender Flucht, die nur mit Glück und etwas Geschick zu parieren war. Das Heranführen des Hechts in die Uferzone, über die Steine hinweg, machte die Landung dieses etwa 15 Pfünders nicht gerade leicht. Mein schwedischer Freund war jetzt doch wieder interessiert. Er forderte mich auf es etwa 50 Meter weiter nochmal zu versuchen. Wieder zog der schwarze "Droppen" durch das Wasser. Einmal, zweimal. Verdammt, Hänger! Aber der Hänger zog unaufhaltsam nach rechts. Nach heftigen Widerstand konnte ich einen weiteren, schönen Hecht von knapp 13 Pfund sicher landen.
Der Angelausflug mit meinem schwedischen Sportsfreund war trotz anfänglicher Skepsis ein voller Erfolg geworden. Das wurde am Abend auch aussgiebig mit Brathähnchen und Norddeutschen Kornbrand gefeiert.
Fazit: Der Svartsjön beherbergt kapitale Hechte. Das hat sich auch in den Folgejahren immer wieder gezeigt. Und Barsche gibt es nicht nur im Lemmän, sondern in vielen Seen und Flüssen der Gegend um Särna.
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